Jekyll & Hyde 2011



Sprichwörtlich Meere von Tinte wurden über die Novelle "Der Seltsamen Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson vergossen. Was steckt nicht alles in diesem Stoff: Der immer gern illustrierte Kampf des Guten gegen das Böse, die psychologische Auseinandersetzung des "Ich" mit seinem "Über-Ich" in bester freud'scher Tradition, die Tragödie eines Forschers, der durch ein voreiliges, viel zu großes Experiment alles verliert, die aktuelle Diskussion was Wissenschaft kann und was sie darf, die Furcht vor dem Unbekannten und Ungezügelten, die Diskussion um Moral und Verlangen....

Es gibt eine einzige Musical-Adaption der Novelle .... aber die hat es in sich:

"Jekyll & Hyde" aus der Feder von Frank Wildhorn (Musik) und Leslie Bricusse (Buch) breitet die Geschichte weiter aus, als Stevenson sie ursprünglich angelegt hatte. Der Bühne geschuldet erweitert der Texter die Handlung um zwei tragende Frauenrollen und das Umfeld Jekylls wird deutlicher beleuchtet. Eine gehörige Portion Grusel darf natürlich auch nicht fehlen.

"Jekyll & Hyde" ist konsequent umgesetztes Drama. Frank Wildhorn hat diese Szenerie in großartige Musik gegossen; vielseitig, stimmungsvoll und emotionsgeladen. Die an die Musiker und Sänger gestellten Anforderungen sind dabei sehr hoch.

Die Chorsequenzen sind so kompliziert wie dramatisch. Die Hauptrolle Jekyll/Hyde gehört zu den anspruchsvollsten Rollen der gesamten Musical-Literatur. Ein Höhepunkt jeder Show ist ein Duett des Hauptdarstellers mit sich selbst, bei dem er ständig die Persönlichkeit wechselt... Die Anforderungen an die beiden Frauenrollen sind nicht geringer. Beide haben eine "Tour de Force" durchzustehen, die ihres gleichen sucht.

Für "San Francesco" war es ein ausgesprochener Glücksfall, die Bühnenrechte für dieses Werk bekommen zu haben, an das sich nur selten Laien wagen. Und ein Wagnis war es: Neben den großen Hauptcharakteren gibt es viele kleinere Rollen, in denen jeder sein Talent zeigen kann. Die vorhandenen Chorszenen gehen deutlich über "stehendes Singen" hinaus und sind ebenso große Herausforderungen wie der Sologesang. Noch dazu das London von 1888 …

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